2021 | Besuchen Sie das Archiv für 2010-2020 hier

September 2021

Personne | Premiere der neuen Arbeit von Isabelle Schad und Laurent Goldring

‚Personne‘ bedeutet im Französischen die Person, das Selbst. Es bedeutet auch Niemand, wie in ‚Y a personne‘ – ‚Niemand ist da‘. Die lateinischen Autoren erfanden die Etymologie ‚per sonare‘ (durchtönen). Das Wort persona bedeutet Maske: Theatermaske, tragische Maske, rituelle Maske oder Maske der Ahnen. Es ist, als ob das Wort ‚Personne‘ alle Schichten einer Identität umfassen könnte, von der Idee des guten Aussehens wie in ‚bien de sa personne‘ bis hin zum eigentlichen Selbst, in welchem sich zugleich soziale Rollen, die Persönlichkeit, eine Bühnenfigur oder ein leerer Raum ohne irgendeiner menschlichen Spur befinden können.

Personne ist das jüngste Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Choreografin Isabelle Schad und dem bildenden Künstler Laurent Goldring. Was ihren Arbeitsprozess kennzeichnet und ihre Stücke ausmacht, ist die Tatsache, dass jeder von ihnen an etwas eigenem/anderem arbeitet.

Im Zusammenhang und als Kontrapunkt zu Personne ist in der Werkhalle Wiesenburg die Ausstellung Les yeux sans regard (Augen ohne Blick) von Laurent Goldring zu sehen. Das präsentierte Material entstand während des Arbeitsprozesses zu Personne, als Goldring begann, eine Reihe von Loops von ‚Augen ohne Blick‘ filmisch aufzuarbeiten. 

Konzept & Choreografie: Isabelle Schad, Laurent Goldring |  Performance: Isabelle Schad | Sound Design: Damir Simunovic | Lichtdesign: Emma Juliard | Technik: Emma Juliard, Ivan Bartsch | Kostüm: Michael Sontag, Laurent Goldring, Isabelle Schad | PR / Vermittlung: Elena Basteri | Photo: Laurent Goldring | Produktionsleitung: Heiko Schramm

Produktion: Isabelle Schad | Die Arbeit von Isabelle Schad wird unterstützt von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Konzeptförderung, „Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.“ | Dank an Wiesen 55 e.V, Residence Muzeum Susch and goldring-productions.

____________________

HARVEST (3+) 

16. – 23.09.2021 | Premiere und weitere Aufführungen | Tanzhalle Wiesenburg

Ein Tanzstück von Isabelle Schad für Menschen jeden Alters |

Interview mit Isabelle Schad über Harvest

Wie klingt ein Weidenstock? Wie liegt er in der Hand? Wie unterscheiden sich die großen von den kleinen Stäben? Die braunen von den grünen? Die alten von den jungen? Und wie werden sie zu einer Marionette, einem Walfischbauch oder Wald, wie zu einem Monster oder einer Peitsche?

Harvest ist die erste Arbeit der Choreografin Isabelle Schad, die für ein ganz junges 

Publikum ab 3 Jahre entwickelt wird. 2019/2020 hat Isabelle Schad bereits ihre Inszenierung „Der Bau“ nach der Erzählung von Franz Kafka für ein Kinderpublikum ab 6 und 3 Jahre (für das FRATZ Festival) adaptiert und dadurch erste Erfahrungen mit der jungen Zielgruppe gesammelt. Beide Arbeiten entstehen in Koproduktion mit dem Netzwerkprojekt „Offensive Tanz für junges Publikum Berlin“.

Regie, Choreografie: Isabelle Schad| Musik, Live-Sound: Damir Simunovic | Licht, künstlerische Assistenz: Emma Juliard | Bühne: Isabelle Schad | Tanz, Co-Choreografie: Jan Lorys, Aya Toraiwa, Manuel Lindner | Dramaturgische Beratung jüngstes Publikum: Dagmar Domrös | Ernte der Weiden: Volker Hüdepohl | Organisatorische Mitarbeit: Heiko Schramm

Eine Produktion von Theater o.N. im Rahmen der »Offensive Tanz für junges Publikum Berlin«, gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund und Berliner Senat für Kultur und Europa (Kofinanzierungsfonds).

____________________

August 2021 | Sommerfestival

Open Practice Sessions im Volkspark Humboldthain. „Das Training im Park eröffnet unbegrenzte und wunderbare Verbindungen mit der Aussenwelt. Es verdeutlicht, und viel mehr noch, als wenn wir drinnen praktizieren, wo Wände und Türen die Grenzen des Raumes definieren, dass der Fokus unendlich weit in die Ferne geschickt werden kann.“ (Isabelle Schad). Durch das gemeinsame Praktizieren wird den Teilnehmer*innen die Möglichkeit geboten, sich körperlich auszutauschen und die eigene Erfahrung mit den choreografischen Arbeiten, die es im weiteren Verlauf des Tages zu erleben gibt, in Verbindung zu bringen. Die OPS sind offen für alle.

Turning Solo 2 ist eine Verlängerung der Solo Performance mit dem gleichnamigen Titel. „Sie bringt zwei Interpretationen, zwei Welten, zwei singuläre Portraits in einem einzigen Zeitfenster zusammen: Lange hatte ich schon davon geträumt. Naïma und Jasmin sind so unterschiedlich, jedoch eröffnet die gemeinsame Aktion des Drehens und der Ablauf auf Basis desselben Scores eine gemeinsame Grundlage, die viele Überschneidungen von Resonanzen und Erfahrungen eröffnet: Parallelismen von kontrastierender Farbe.“ (Isabelle Schad). Turning Solo 2 ist erstmals als Open Air Version analog einer meditativen, hoch-energetischen Drehpraxis im Volkspark Humboldthain zu erleben.

In Harvest Installation geht es um Achtsamkeit; und um die Frage, wie man mit Natur arbeitet, sie nutzbar macht und ihr dabei respektvoll gegenübertritt. Für die Arbeit wird die eigene Ernte der Weiden aus dem Garten der Tanzhalle Wiesenburg genutzt. In dieser installativen Variante werden einzelne Bewegungssequenzen unter Aspekten von endlos fortlaufenden Bewegungen, von Skulptur Werdung, Zeitlosigkeit und Entschiedenheit herausgegriffen. Dabei entstehen Landschaften, die bewohnt werden können: Die Besucher*innen sind eingeladen.

Double Portrait Installation – das Portrait für Przemek Kaminski und Nir Vidan – ist als Solo für zwei Persönlichkeiten, deren Körpern, Bewegungen und Rhythmen angelegt. Jeder der beiden findet seine Verlängerung im Anderen. Der gemeinsame Raum bestimmt in unterschiedlichen Relationen Selbst und Gegenüber, Intimsphäre und Verantwortung, aufeinanderprallende Kräfte und Heftigkeit und schafft ein Netz von Interaktionen. In der installativen Version des Double Portrait ist das Publikum eingeladen, Dauer und Perspektiven des Zusehens selbst zu bestimmen

Konzept, Choreografie: Isabelle Schad | Co-Choreografie, Performance: Naïma Ferré & Jasmin İhraç (Turning Solo 2), Jan Lorys, Aya Toraiwa, Manuel Lindner (Harvest Installation), Przemek Kaminski, Nir Vidan (Double Portrait Installation) | Musik: Damir Simunovic | Licht: Emma Juliard | Kostüm: Charlotte Pistorius | Produktionsleitung: Heiko Schramm | Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit: Elena Basteri | Photo: Dieter Hartwig, Isabelle Schad

„Unterstützt durch DIEHL+RITTER/TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz“

Die Tanzhalle Wiesenburg wird durch die Produktionsortförderung der Berliner Senatsveraltung für Kultur und Europa unterstützt.

____________________

Juli 2021 | Premiere der Stücke FUR, Rotations und Turning Solo 2 in die Sophiensaele Berlin

Die Arbeiten FUR, Rotations und Turning Solo 2 sind Teil einer fortlaufenden Serie der Choreografin Isabelle Schad, in der sie Rhythmen und Energien zu choreografierten Erfahrungen formt. Gemeinsam mit den Performer*innen schafft sie drei sehr persönliche Porträts. Die Arbeiten laden ein, in einen Prozess der Zeitlosigkeit einzutauchen, der Nähe und Kontemplation.

TURNING SOLO 2 ist eine Weiterführung der Arbeit Turning Solo. Im Dialog mit der Whirling Praxis der Tänzerin Naïma Ferré steht Schads Forschung zu Achsumdrehung und Gewichtsverlagerung, innerer Bewegung und Energiefelder, die einen selbst und andere bestimmen.  2020 erarbeitet sich die Tänzerin und Choreografin Jasmin İhraç das Score und lässt es in ihrer Interpretation zu einem eigenen Universum werden: eine andere Person, ein anderes Porträt. Turning Solo 2 führt nun erstmalig beide Porträts zu einem simultan erlebbaren Double zusammen.

FUR ist eine Begegnung mit der japanischen Tänzerin Aya Toraiwa und ihren Haaren, die ihr bis zu den Knien reichen. Das Haar bedeckt und bekleidet, wird zum Schutzraum und zur Prothese: eine fellähnliche äußere Schicht und Verlängerung des Körpers, der Energien, des Selbst. Das fragile Material um den Körper enthüllt, was verborgen scheint, und fungiert als Übergang zwischen der inneren und äußeren Welt.

In ROTATIONS rotieren und akkumulieren sich die Bewegungen der Tänzerin Claudia Tomasi  zu einem Fluss, der die Illusion erzeugt, ihr Körper würde sich von selbst bewegen. Zwischen Kontrollverlust und Präzision kreiert die Choreografie eine verblüffende Energie.

Konzept, Choreografie: Isabelle Schad | Ko-Choreografie, Performance: Claudia Tomasi (Rotations), Aya Toraiwa (FUR), Naïma Ferré & Jasmin İhraç (Turning Solo 2) | Musik: Damir Simunovic | Licht: Emma Juliard | Kostüm: Charlotte Pistorius | Objekt: Volker Hüdepohl | Produktionsleitung: Heiko Schramm | Photo: Dieter Hartwig

Eine Produktion von Isabelle Schad in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE und Transart Festival Bozen. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und das NATIONALE PERFORMANCE NETZ. Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Dank an Wiesen55 e.V. Medienpartner: taz.die tageszeitung.

____________________

Juni 2021 | Open Air Aufführung der Stücke Pieces and Elements (Fragment #1) + FUR (Vor-Premiere) in das Globe Theater Berlin

Pieces & Elements: In Isabelle Schads Arbeit Pieces and Elements verhandelt eine Gruppe von Performer*innen ihren kollektiven Körper in Bewegung, der nur als gesamter funktionieren kann. Dieser Körper mit seinen verschiedenen Gliedern und Verbindungen dient als mögliche Analogie zyklischer Vorgänge in der Natur, innerhalb derer jedes Element in Beziehung zu jedem anderen steht.

FUR ist eine Begegnung mit der japanischen Tanzerin Aya Toraiwa. Die Arbeit befasst sich mit Aya’s spezifschen Körpermerkmalen, ihren Rhythmen, Konturen, Farben, Energien und insbesondere mit ihrem knielangen Haar. Ihr Haar bedeckt und bekleidet, wird zum Schutzraum und zur Prothese.

Konzept und Choreografie: Isabelle Schad Co-Choreografie, Performance: Aya Toraiwa (FUR), Jozefien Beckers, Frederike Doffin, Josephine Findeisen, Przemek Kaminski, Manuel Lindner, Claudia Tomasi (Pieces and Elements) Lichtdesign: Emma Juliard Sound: Damir Simunovic Kostüme: Charlotte Pistorius (Pieces and Elements), Isabelle Schad, Aya Toreiwa (FUR) Produktionsleitung: Heiko Schramm PR & Kommunikation: Elena Basteri Photo: Dieter Hartwig, Isabelle Schad | Eine Produktion von Isabelle Schad, „Unterstützt durch DIEHL+RITTER/TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz“, Dank an: Wiesen55 e.V.